In diesem Artikel möchte ich Ihnen einige Beispiele für die Verwendung von 3D-gedruckten Airbrush-Schablonen vorstellen: verschiedene Masken und Farbenabdeckungen, mit denen Sie alle möglichen Formen auf die Oberfläche Ihres Modells auftragen können.
Auch wenn handelsübliche Schablonen in der Regel nicht besonders teuer sind, summieren sich die Kosten doch, wenn Sie sich eine anständige Kollektion zulegen möchten; man muss immer auf den Versand warten, nur um dann festzustellen, dass die Form oder Größe nicht ganz den Vorstellungen entspricht, usw. Mit einem 3D-Drucker hingegen verfügen Sie über absolute Flexibilität bei der Erstellung beliebiger einzigartiger Formen, die immer genau dann zur Verfügung stehen, wenn Sie sie benötigen.
Ich muss zugeben, dass es eine Weile gedauert hat, bis mir die Idee kam, Airbrush-Schablonen per 3D-Druck zu drucken. Ich weiß nicht, vielleicht liegt es daran, dass Schablonen flach sind und nur ganz knapp dreidimensional… 😅 Aber mittlerweile verwende ich sie recht regelmäßig. Ich habe zu Hause einen ordentlichen Schneideplotter, sodass ich auch herkömmliche Schablonen aus Vinylfolie herstellen kann. Doch ich denke, die 3D-gedruckten sind in vielen Anwendungsfällen tatsächlich überlegen – es handelt sich also nicht wirklich nur um eine Notlösung.
Übrigens: Wenn Sie ein absoluter Anfänger sind und mit Vektorgrafiken, Skizzieren und/oder 3D-Modellierung beginnen möchten, ist dies eine ideale Übung. Das Zeichnen der Schablonen ist kinderleicht; die Umwandlung in ein 3D-Objekt erfolgt im Grunde mit nur einem einzigen Befehl, und das Drucken dauert weniger als eine Stunde. Das bedeutet, dass Sie an einem Nachmittag eine ganze Reihe verschiedener Formen erstellen, testen und weiterentwickeln können.
Natürlich haben die 3D-gedruckten Schablonen auch einige Einschränkungen – darauf werde ich im weiteren Verlauf noch eingehen.
Alle Bilder und kurzen Videos stammen größtenteils aus einem einzigen Kapitel des kürzlich veröffentlichten Prusa-Academy-Kurses mit dem Titel Airbrush für Ihre 3D-Drucke: Von den Grundlagen bis zu fortgeschrittenen Tricks. Es handelt sich um den letzten Teil der „Trilogie“, die sich mit dem gesamten Prozess der Bemalung Ihrer 3D-Drucke befasst (zusammen mit der 3D-Druck-Nachbearbeitung sowie dem Kurs Miniaturbemalung). In diesem neuesten Beitrag möchte ich Ihnen vermitteln, was ich in den letzten 15 Jahren beim Umgang mit der Airbrush gelernt habe – vor allem als Modellbauer von Flugzeugmodellen im Maßstab.
Wie dem auch sei, lassen Sie uns zunächst kurz den Prozess der Schablonenherstellung beschreiben und uns anschließend die Beispiele ansehen.
Zeichnen und Drucken der Schablonen
Hier sehen Sie als Beispiel eine Schablone mit einem zufälligen Fleckenmuster. Im nächsten Absatz werde ich Ihnen zeigen, wozu sie gut ist. 😉
Zum Zeichnen der Formen können Sie einen beliebigen Vektorzeichner verwenden, zum Beispiel Inkscape, das OPEN SOURCE ist und völlig kostenlos zur Verfügung steht. Sie können ganz von vorne beginnen oder sich von einem Bild eines bereits vorhandenen Musters inspirieren lassen. Übrigens gibt es das Trace Bitmap-Werkzeug, das recht gut funktioniert, um Rastergrafiken in Vektorgrafiken umzuwandeln – nun ja, zumindest als brauchbare Grundlage für die weitere Bearbeitung.
Die andere Möglichkeit besteht darin, das Muster als Skizze direkt in einer CAD-Software wie beispielsweise Fusion zu zeichnen. Ich verwende dabei insbesondere das Werkzeug „Anpassungspunkt-Spline“ und ziehe anschließend an den grünen Griffen, um die Kurven anzupassen (siehe Abbildung oben).
In diesem Fall habe ich beide Programme verwendet: zunächst Inkscape für das Grundmuster, anschließend Fusion für einige Feinabstimmungen.
Um ein druckbares Objekt zu erstellen, wählen Sie einfach die Skizze aus und verwenden Sie das Werkzeug Extrudieren, etwa 0,40 mm (d. h. zwei Druckschichten) nach oben.
💡Die geeignete Dicke hängt vom Anwendungsfall ab: Wenn Sie eine biegsame Schablone wünschen, die direkt auf der Oberfläche aufgelegt wird und/oder einer gekrümmten Form folgen muss, verwenden Sie nur eine einzige Druck-Schicht. Wenn Sie die Schablone etwas über der Oberfläche halten müssen, muss sie steifer sein (2–3 Druck-Schichten), damit sie nicht flattert, wenn sie vom Luftstrom der Airbrush getroffen wird.
Wie Sie sehen können, dauert das Drucken der Schablone nur 20 Minuten. Für kleinere und präzisere Formen können Sie eine 0,25-mm-Düse verwenden; für diese Schablone ist dies jedoch nicht erforderlich.
Anwendungsbeispiele
Für das erste Beispiel machen wir gleich mit der Schablone weiter, die ich Ihnen oben gerade gezeigt habe.
In einem der Beispielprojekte des Airbrush-Kurses, bemale ich ein Modell des F-302-Jägers aus der Science-Fiction-Fernsehserie „Stargate SG-1“.
Es geht darum zu zeigen, wie man die visuelle Monotonie großer, flacher Flächen, die in einer einzigen Farbe bemalt sind, durchbrechen kann. Daher beginne ich damit, das gesamte Modell in einem matten Grau zu bemalen.
Ich halte die Schablone etwas über die Oberfläche und besprühe das gesamte Modell mit der Airbrush mit leicht diffusen schwarzen Flecken. Außerdem sprühe ich freihändig einige schwarze Linien entlang der Kanten und Paneele auf. Diese Methode wird als Preshading bezeichnet.
Ich habe Blau und später auch Gelb verwendet, um dem Preshading etwas Farbvielfalt zu verleihen. Ein Kunstwerk, bitte! 🧑🎨
Ja, es sieht ein bisschen verrückt aus… 😅 Doch der Sinn wird schnell deutlich – sobald die Oberfläche mit einer bewusst fleckigen und halbtransparenten grauen Schicht übermalt wird. Das Ergebnis ist ein subtiler Marmoreffekt, der die Monotonie des einheitlichen Graus durchbricht. Es handelt sich zwar um eine gewisse künstlerische Freiheit, doch wenn man sich Bilder von stark verwitterten echten Kampfflugzeugen wie F-16 oder F-18 ansieht, ist dies tatsächlich gar nicht so weit hergeholt. Im Beispielprojekt zeige ich auch noch andere Dinge: Es gibt einige Verwitterungseffekte, regenbogenfarbene Hitzespuren an den Triebwerken und farbenfrohe Details für zusätzlichen visuellen Kontrast. Das Bild des Endergebnisses ist weiter oben zu sehen.⬆️
Symbole und Markierungen
In einem weiteren Beispielprojekt des Airbrush-Kurses bemale ich vier kleine Renault-FT-Panzer im Maßstab 1:35 (das 3D-Modell wird exklusiv im Rahmen des Kurses zur Verfügung gestellt). Jedes Modell weist einen anderen Tarnungsstil auf (diese wurden allerdings ohne Schablonen angefertigt, entweder durch Freihandspritzen oder unter Verwendung von Abdeckkitt). Auf echten Renault-Panzern waren jedoch häufig diese kleinen Symbolmarkierungen aus Pappe zu finden (vermutlich als Mittel zur schnellen Erkennung der Einheit). Mit ihnen sehen die Panzer so niedlich aus, wie es eine Kriegsmaschine nur sein kann. 😁
Die Schablonen wurden in Fusion als Skizze gezeichnet, wobei ein einfaches Linienwerkzeug, einige Spiegelungen usw. zum Einsatz kamen. Lediglich das Club-Symbol war etwas knifflig.
Die Masken sind „zweistufig“: Zunächst habe ich eine Rahmenmaske verwendet, um das weiße Quadrat, den Kreis oder das Rhomboid zu malen …
…und fügte anschließend die innere Maske ein, um das Kartensymbol selbst zu malen.
Seien wir doch mal ehrlich: Bei diesem Anwendungsfall sind wir an die Grenzen der gedruckten Schablonen gestoßen: Die Symbole sind klein, daher empfehle ich die Verwendung einer 0,25-mm-Düse, wobei die „Elephant-Foot“-Kompensation im Slicer deaktiviert sein sollte, um eine leichte Verzerrung der Formen zu vermeiden.
Außerdem müssen Sie vorsichtig sein, denn wenn sich die Schablone auch nur ein klein wenig von der Oberfläche abhebt, entstehen leicht unscharfe Konturen, die später nachbearbeitet (oder ignoriert 😎) werden müssen.
Effekte von abblätternder Farbe
Im nächsten Schritt geht es darum, mit der Airbrush einen einfachen Lackabblätterungseffekt auf Ihr Modell aufzutragen.
Ich habe ein Bild einer echten Wand mit abgeblätterter und abblätternder Farbe verwendet, es über das Werkzeug „Ansichtsbereich einfügen“ in Fusion eingefügt und anschließend die abgeblätterten Stellen größtenteils nur mit dem normalen Linienwerkzeug nachgezeichnet.
Nur zur Veranschaulichung habe ich etwas Rostbraun auf einen blanken silbernen PLA-Druck gesprüht. Beachten Sie, wie ich die Schablone mit einer Pinzette festhalte, um ein Flattern zu verhindern; dies gewährleistet scharfe Konturen, andernfalls würden diese leicht verschwommen ausfallen (was allerdings nicht unbedingt ein Problem darstellt).
Um einen realistischen Effekt zu erzielen, sollten Sie außerdem darauf achten, die Schablone häufig zu drehen und nicht dieselben Formen nebeneinander zu verwenden, da das menschliche Auge visuelle Muster sehr gut erkennen kann. 😉
Wenn Sie die Schablone etwas höher über die Oberfläche heben, können Sie stattdessen diffuse Flecken erzeugen.
Diese könnten zur Gestaltung einer fleckigen Tarnung oder eines gefleckten Tierfells sowie für Verwitterungs- oder Vorabschattungseffekte verwendet werden, ähnlich wie bei der weiter oben gezeigten Schablone mit zufälligen Flecken.
Imitierte erhabene Details (Nietlinien)
Ein weiteres Beispiel zeigt, wie man mit einem Airbrush-Schattierungseffekt kleine erhabene Details nachbilden kann – in diesem Fall eine Reihe einfacher Kugelkopfnieten.
Nun gut, diese Schablone ist so einfach wie nur möglich (skizzierter Kreis –> Lineares Muster in Fusion 😉). Bringen Sie sie entlang der Kante des Modells an und maskieren Sie die umgebende Oberfläche.
Der Trick besteht nun darin, etwas verdünntes Weiß in Ihre Airbrush zu füllen und eine senkrechte Linie entlang der Oberseite jedes Lochs zu sprühen. Achten Sie darauf, dass Sie eher etwas *oberhalb* des Lochs zielen und nicht direkt hinein.
Verwenden Sie anschließend verdünnte schwarze Farbe und sprühen Sie eine weitere senkrechte Linie auf, diesmal entlang der Unterseite jedes Kreises. Gehen Sie dabei vorsichtig vor und arbeiten Sie mit schnellen Strichen, da die verdünnte Farbe schnell verläuft, wie Sie an der zweiten Niete sehen können. 😅
Voilà, das ist das Ergebnis. Ich habe meinen Kollegen damit allerdings nicht beeindrucken können; er meinte nur: „Na und?“, denn aus der Ferne dachte er, ich würde ihm echte erhabene Details zeigen – und genau darum geht es bei diesem Trick ja. 😁
Wie Sie sehen können, erfordert es etwas Übung, die Schattierung an jeder Niete mehr oder weniger gleichmäßig zu gestalten; außerdem würde der Effekt mit ähnlicheren Farbtönen besser zur Geltung kommen (z. B. Hellblau und Dunkelblau auf einem mittleren Blauton).
Halb-realistische Flammen
Das letzte Beispiel zeigt, wie man mithilfe von Schablonen halbrealistische Flammen malt, wie sie beispielsweise auf Hot-Rod-Fahrzeugen bemalt sind.
Ich verwende die Schablonen, um die wellenförmigen Flammenformen mit Weiß zu malen, und färbe sie anschließend mit Gelb-, Orange- und Rottönen ein.
Meiner Meinung nach gibt es drei entscheidende Faktoren für einen realistischen Effekt. Erstens benötigen Sie recht zufällig anmutende Formen (anstelle der üblichen stilisierten, spitzen Kegelflammen), zweitens die richtige Kombination aus scharfen und diffusen Konturen (um die „frischen“ im Gegensatz zu den „erlöschenden“ Flammenzungen nachzuahmen) und drittens benötigen Sie sehr leuchtende Farben und viel Kontrast (daher die weiße Untermalung für Gelb, Rot und Orange).
In dem Kurs gibt es ein ganzes Kapitel, das sich ausschließlich mit den Flammenlackierungseffekten befasst, wobei dieses Škoda-Modell als Beispiel dient…
…Aber ein echtes Vintage-Muscle-Car-Modell ist bereits in Planung. 💪 Der Plan sieht vor, das Kapitel dann auf ein viertes vollwertiges Beispielprojekt zu erweitern.
Das war’s erst einmal – ich habe jedoch vor, mindestens einen weiteren Blogartikel zu verfassen, in dem ich einen kleinen Vorgeschmack auf ein weiteres Kapitel gebe. 😉 In der Zwischenzeit würde ich mich sehr über Ihr Feedback zum Airbrush-Kurs freuen – und zögern Sie bitte nicht, Bilder Ihrer Projekt-Ergebnisse zu teilen. 🧡
Viel Spaß beim Malen! 🎨





















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